Die richtige Füllmenge des Begattungskästchens (BK) und das richtige Alter der Bienen sind grundlegende Details in der Vorbereitung eines erfolgreichen Besuchs unserer Belegstelle. Die wichtigste Voraussetzung: Die BK müssen drohnenfrei sein, um eine Fremdanpaarung durch mitgebrachte Drohnen zu unterbinden!
Wie bekomme ich die Bienen drohnenfrei?
Vorteilhaft ist ein Siebkasten aus 2 Holzzargen, die ineinander gesteckt werden. Die äußere Zarge hat einen Holzboden mit Luftlöchern als Boden, die innere hat unten ein Absperrgitter und oben einen eingelegten Deckel mit Luftlöchern. Die Bienen werden in die äußere Zarge gekehrt. Die innere Zarge wird eingesetzt und kontrolliert und langsam nach unten abgelassen, damit die Bienen Zeit haben, durch das Absperrgitter zu krabbeln. Sind die Bienen durch das Gitter in die innere Zarge gezogen, werden sie durch die Luftlöcher mit Wasser eingesprüht, bis sie feucht sind. Dazu wird der Siebkasten schräg gehalten und über die Ecken gedreht. Die feuchten Bienen können direkt in die BK gefüllt werden.
Hat man keinen Siebkasten zur Verfügung, kann man auch das Absperrgitter im Volk als Sieb nutzen (s. nächster Abschnitt).






Wie bekomme ich das richtige Bienengemisch?
Das richtige Bienengemisch enthält sehr viele Jungbienen. Insbesondere Ammenbienen garantieren eine sichere Annahme der zugesetzten Königin und sind für das Durchhaltevermögen der Einheit wichtig, denn die erste Brut schlüpft frühestens nach 4 Wochen.
Ideal zum Befüllen der BK sind Bienen des Sammelbrutablegres (SBA), in dem die Königinnen aufgezogen wurden. 22 Tage nach der Bildung des SBA sind alle Bienen geschlüpft und können komplett in den Siebkasten abgefegt werden.
Ein Gemisch aus Bienen des Honigraums und des oberen Brutraums starker Wirtschaftsvölker eignet sich ebenfalls zu Kästchenfüllung. Bienen ausschließlich aus dem Honigraum zu nehmen ist dagegen ungeeignet, da diese zu alt sind!
Um an das passende Bienengemisch zu kommen, werden alle Honigräume, bis auf den unteren abgestapelt. Nun wird der (obere) Brutraum angekippt. Mit kräftigen Rauchstößen von unten in die Wabengassen drückt man die Bienen durch das Absperrgitter nach oben. Nach 3 Minuten Wartezeit wird der gut mit Bienen gefüllte Honigraum abgenommen und auf einen geschlossenen Boden gestellt. Nun können die Waben in den Siebkasten gefegt oder komplett drohnenfrei direkt für die Kästchenfüllung verwendet werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Bienen des (oberen) Brutraums in eine Leerzarge zu fegen, die an der ursprünglichen Stelle aufgesetzt wurde. Darauf kommen das Absperrgitter und der abgefegte Brutraum. Beim Aufstieg – zurück auf die Brut – passieren die Bienen das Absperrgitter und werden so drohnenfrei. Nach ca. 3 Stunden können diese, zusammen mit den drohnenfreien Honigraumbienen, für die Kästchenfüllung verwendet werden.
Die richtige Füllmenge
BK unterscheiden sich erheblich im Raumvolumen und werden mit entsprechend unterschiedlichen Mengen Bienen befüllt. 100 ml Bienenmasse wiegen etwa 50 g. Nimmt man es ganz genau, können die BK vor und nach (oder während) der Füllung gewogen werden. Ein Nachfüllen ist jedoch meist problematisch.
| Begattungseinheit | Erforderliche Füllmenge |
| EWK (1/3) DeutschNormal DN | 250 ml |
| Mini-EWK | 100 – 125 ml |
| Apidea MWK | 200 ml |
| Kieler MWK | 300 – 400 ml |
(EWK = Einwabenkästchen, MWK = Mehrwabenkästchen)
Eine stabile Suppenkelle mit 250 ml Fassungsvermögen hält über Jahre, im Gegensatz zu einem Quarkbecher, und hat sich bei vielen Züchtern als Füllhilfe der BK etabliert. Mit der Erfahrung lernt man, die Füllmenge seinen BK anzupassen.
Zu beachten ist jedoch immer auch das erwartete Wetter: Kühle Witterungsphasen erfordern einen leichten Zuschlag an Bienen, in heißen Wochen darf es etwas weniger sein, um ein Ausziehen der Bienen aus den BK zu verhindern.
Das Zusetzen der Königin
Wurden die Bienen aus einem weisellosen Volk, wie dem SBA, entnommen, kann die Königin dem BK direkt zugegeben werden. Bei von unten zu füllenden Mehrwabenkästchen gibt man die Königin ins BK und füllt direkt die Bienen darauf. Bei Einwabenkästchen (EWK) lässt man die Königin besser abends zulaufen, wie nachfolgend beschrieben.






In BK mit Bienen aus weiselrichtigen Völkern gibt man die Königinnen erst zu, wenn Weiselunruhe herrscht und die Bienen sich in einer Traube aufgehängt haben, am besten abends ab 20:00 Uhr. Die Königin wird kurz in lauwarmes Wasser getaucht, damit sie langsam durch das Flugloch in das BK einlaufen kann.
BK für Landbelegstellen verbleiben 3 Tage im Keller. Sie werden am späten Abend auf der Belegstelle aufgestellt, damit die Bienen sich am nächsten Morgen langsam einfliegen können. Die BK werden gewässert oder eingesprüht zur Belegstelle gefahren.
